Standort: Gütersloh
LotsInnen:
Wir sind insgesamt 15 Lotsinnen und Lotsen im Alter von 15 - 23 Jahren und kommen aus 6 verschiedenen Ländern: Aserbaidschan, Kosovo, Türkei, Vietnam, Kirgisien und Russland.
Aktivitäten:
Ein großer Teil von uns gibt Nachhilfe oder leistet Hausaufgabenbetreuung. Diese kommt leistungsschwächeren Kindern zugute, deren Familien sich keine privaten Nachhilfeschulen finanzieren können.
Zwei unserer Lotsinnen begleiten in einer Förderschule mit einem hohen MigrantInnen-Anteil eine Spielgruppe. Wie der Titel dieses Projektes „Spielerisch Deutsch lernen“ bereits sagt, ist es Ziel, diesen Grundschülern mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache durch Lernspiele näherzubringen. Unser Standort hat zudem ein PC-Angebot, das Menschen einen Zugang ins Internet und Hilfe bei Fragen oder Schwierigkeiten bietet.
Ebenso werden Hilfen für ältere Menschen bei Nachfrage ins Leben gerufen. Mögliche Aufgaben sind zum Beispiel Einkäufe erledigen, die Post bringen usw.
Schließlich gibt es noch ein Video-Projekt, das zum Ziel hat, ein paar Ausschnitte aus unserer Arbeit im JuMiLo-Projekt festzuhalten.
Aktivitäten (einmalige Unternehmungen/ Regelmäßiges):
Wir gestalten interkulturelle Aktivitäten in Kooperation mit anderen Organisationen, wie z. B. erst kürzlich das Kochduell mit dem assyrischen Verein. Das Kochduell war eine gute Möglichkeit, die beiden Gruppen miteinander bekanntzumachen und den Austausch anzuregen, was sehr geglückt ist. Am Ende hat die assyrische Gruppe gewonnen, aber das ist im Laufe des Abends zur Nebensache geworden, denn durch das gemeinsame Kochen kam man ins Gespräch und es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht, nicht zuletzt wegen des großartig vorbereiteten Essens.
Außerdem werden den Lotsen und Lotsinnen Fortbildungen mit den verschiedensten Themen angeboten. Beispielhaft ist die Fahrt in den Osterferien nach Münster. An der Tagesordnung stand das Thema „Hartz IV“. Wir haben unter anderem gelernt, woher dieser Name stammt, was genau er bedeutet und wie der Betrag ausgerechnet wird. Insgesamt waren das zwei schöne und nützliche Tage, von denen jeder von uns etwas mitgenommen hat.
Regelmäßig einmal monatlich werden Reflexionstreffen durchgeführt. Dann setzt man sich für 1 – 2 Stunden zusammen und berichtet von der geleisteten Arbeit aus 4 Wochen. Bei Problemen werden diese mit unserer Projektleiterin besprochen.
Sporadische Ausflüge, wie kürzlich nach Bremerhaven und Frankfurt, Kino- und Museumsbesuche schweißen die Gruppe zusammen und sind eine besondere Anerkennung für das geleistete Engagement.
JuMiLo ist...
…für uns wie eine kleine Familie, die sich immer über die Aufnahme neuer Mitglieder freut . Wir haben jedes Mal viel Spaß miteinander und finden es schade, dass wir uns so selten sehen. Deswegen ist es immer wieder etwas Besonderes, wenn sich diese multikulturelle Gruppe trifft.
Unsere Highlights waren...
...als zwei unserer LotsInnen zusammen mit der Projektleiterin Nadja nach Berlin eingeladen wurden, wo der offizielle Start des Projektes JuMiLo bekanntgegeben wurde und anschließend ein Gesprächskreis mit den Ministern Herrn Schäuble und Frau von der Leyen stattfand. Dies war besonders für den jungen Lotsen und die junge Lotsin eine wertvolle Erfahrung, denn so hatten sie die Gelegenheit, sich mit anderen Lotsen auszutauschen und Fragen und Wünsche an die Minister zu äußern, was einem Jugendlichen nicht alle Tage geboten wird. Sicher konnten auch Herr Schäuble und Frau von der Leyen von der Begegnung profitieren, einen kleinen Einblick in unsere Arbeit gewinnen und so die LotsInnen, zu denen sie ja normalerweise keinen Kontakt haben, kennenzulernen.
Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, aufgrund der vielen Anfragen und der Tatsache, dass ein paar LotsInnen wegen ihres Studiums aufhören werden, neue LotsInnen zu finden und neue Patenschaften zu schaffen. Zudem wollen wir, dass das Projekt noch bekannter wird und werden möglichst viel Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
Was uns an JuMiLo begeistert...
...ist, dass wir anderen die Chance geben, ihre Leistungen zu verbessern und sie dabei unterstützen, einen besseren Schulabschluss und somit die Eintrittskarte in die weitere Bildungswelt voller Möglichkeiten zu erlangen. Wir kennen die Schwierigkeiten der Integration genau, denn jeder von uns hat einen Migrationshintergrund und einige hatten dieselben Probleme.
Viele von uns haben sich erst durch JuMiLo kennengelernt, doch mit der Zeit sind sie sich auch privat nähergekommen und wurden Freunde. Wir genießen die regelmäßigen Treffen, das lockere Beieinander sein und die Ausflüge sehr.
Kontakt: Nadja Rogalski, nadja.rogalski[at]diakonie-guetersloh.de











